Register vernetzen, Sozialverwaltung digitalisieren
Neue Standards, neue Register, neue Pflichten: Die Sozialverwaltung steht vor einem dichten Reformpaket. ]init[ unterstützt Bund, Länder und Behörden dabei, Prozesse zu digitalisieren, Register anzubinden und KI verantwortungsvoll einzusetzen.
Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, sollen diese einfach finden und ohne Hürden beantragen können. Unabhängig davon, wie vertraut sie mit Verwaltung oder digitalen Angeboten sind. Dahinter steht eine technisch und organisatorisch komplexe Aufgabe: Verfahren und Register müssen zusammenwachsen, Daten sicher zwischen Behörden fließen, und all das bei knappen personellen Ressourcen. Mehrere aktuelle Reformvorhaben geben der Sozialverwaltung dafür einen klaren, aber anspruchsvollen Fahrplan vor. ]init[ begleitet Bundesministerien, Bundesbehörden und Landesverwaltungen seit vielen Jahren bei genau diesen Vorhaben fachlich wie auch technisch.
Drei Papiere, ein gemeinsamer Kurs
Drei aktuelle Papiere setzen den Rahmen für die Digitalisierung der Sozialverwaltung. Sie haben unterschiedliche Ausgangspunkte, aber einen gemeinsamen Kurs: vernetzte, standardisierte und automatisierte Prozesse.
- Föderale Modernisierungsagenda: Registerkonsolidierung, Once-Only-Prinzip, einheitliche Standards und die Ende-zu-Ende-Digitalisierung von EfA-Verwaltungsleistungen.
- Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform: NOOTS-Anschluss der Sozialregister, verpflichtende Nutzung bestehender Basiskomponenten und zentraler Software, mehr Automatisierung durch KI.
- Aktionsplan der Bundesregierung gegen Sozialleistungsmissbrauch: funktionierender Datenaustausch über IT-Schnittstellen und Sozialstandards, Nutzung der Identifikationsnummer IDA, diskriminierungsfreie KI-Analysesysteme.
Leistungen für Soziales & Familie: alles aus einer Hand
Im Bereich Soziales & Familie begleitet ]init[ die Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Online Services von der fachrechtlichen und technischen Konzeption gemäß OZG und EfA bis zum Rollout. Dazu gehören die Identifizierung und Initiierung notwendiger Rechtsänderungen, Gremienarbeit und Stakeholdermanagement, die Steuerung von Großprogrammen und IT-Dienstleistern sowie die technische Umsetzung auf Open-Source- oder anderen Software-Lösungen der Länder. ]init[ organisiert zudem Länderallianzen und betreut sie über die gesamte Projektlaufzeit. So kommen EfA-Leistungen aus einer Hand: von der ersten Fachkonzeption bis zum Betrieb.
Einheitliche Standards für den Datenaustausch
Damit Sozialbehörden sich verstehen, braucht es gemeinsame Datenstandards. ]init[ baut die Standards XSozial und XFamilie mit auf und pflegt sie kontinuierlich weiter. Dazu organisieren und moderieren wir die zuständigen Expert:innengremien, in denen Bund und Länder die Standards gemeinsam weiterentwickeln. Einheitliche Standards sind die Voraussetzung dafür, dass Schnittstellen zwischen Fachverfahren überhaupt funktionieren und bilden damit eine zentrale Grundlage für jede weitere Automatisierung in der Sozialverwaltung.
Elterngeld: vom Online-Antrag zur Registeranbindung
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das Beispiel Elterngeld: Mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat ]init[ ElterngeldDigital entwickelt, einen Online-Assistenten, der Eltern bis August 2026 in elf Bundesländern durch den Elterngeldantrag führt. Darüber hinaus hat ]init[ eine umfangreiche 360° Kampagne konzipiert und durchgeführt, die zielgruppensicher im digitalen und analogen Bereich, Eltern für den digitalen Antrag begeistern konnte. Seit Mitte 2026 begleitet ]init[ das Baden-Württembergische Innenministerium außerdem beim NOOTS-Anschluss des neuen „mein-elterngeldantrags“ sowie des Elterngeldregisters.
Häufige Fragen (FAQ)
Was bedeutet NOOTS für die Sozialverwaltung?
NOOTS ist das Nachweisabrufsystem im Rahmen der Registermodernisierung, über das Behörden Nachweise direkt aus Registern abrufen, statt sie bei Bürgerinnen und Bürgern einzufordern. Für die Sozialverwaltung bedeutet der NOOTS-Anschluss, dass Sozialregister an diese Infrastruktur angebunden werden. Dies ist eine zentrale Voraussetzung für sicheren, standardisierten Datenaustausch zwischen Behörden.
Was sind XSozial und XFamilie?
XSozial und XFamilie sind Datenaustauschstandards für die Sozialverwaltung nach der XÖV-Methodik. Sie legen fest, wie Fachverfahren und Behörden Daten strukturiert und einheitlich austauschen. ]init[ ist an Aufbau und Pflege dieser Standards sowie an der Organisation der zuständigen Expertengremien beteiligt.
Wie unterstützt KI den Kampf gegen Sozialleistungsmissbrauch?
Der Aktionsplan der Bundesregierung sieht diskriminierungsfreie, KI-gestützte Analysesysteme vor, die Auffälligkeiten im Datenaustausch zwischen Sozialbehörden erkennen helfen sollen. Voraussetzung dafür sind funktionierende Schnittstellen, einheitliche Sozialstandards und die Nutzung der Identifikationsnummer IDA.
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Tim Kirlicks
Managing Director
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